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EU-Verpackungsregeln nun vollständig in Kraft: Wie die PPWR Getränkeabfülllinien neu gestaltet

Aug 18, 2026

Englische Version (bereit zur Veröffentlichung)

Seit dem 12. August 2026 gilt die Verordnung der EU über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) in allen Mitgliedstaaten – die umfassendste Änderung des europäischen Verpackungsrechts seit einer Generation. Für Getränkehersteller, Vertragsabfüller und alle Unternehmen, die verpackte Getränke in den EU-Markt einführen, ist die Einhaltung dieser Vorschriften kein zukünftiges Projekt mehr. Sie ist vielmehr die neue Grundlage für die Gestaltung, Abfüllung und Markteinführung von Flaschen.

Was die PPWR vorschreibt

  • Die Verpackungsabfallmenge muss bis 2030 um 5 %, bis 2035 um 10 % und bis 2040 um 15 % gegenüber dem Stand von 2018 sinken.
  • Alle Verpackungen, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden, müssen recyclingfähig sein.
  • Getränkehersteller unterliegen branchenspezifischen Wiederverwendungszielen: Mindestens 10 % der Getränke müssen bis 2030 und 40 % bis 2040 in wiederverwendbaren Verpackungen abgefüllt werden; zudem wird in vielen Mitgliedstaaten die Kompatibilität mit einem Pfandsystem (Deposit Return Scheme, DRS) erwartet.

Was dies für Abfüllanlagen bedeutet

1. Leichtere und recycelte Flaschen. Um Recyclingziele und Abfallvorgaben zu erreichen, wechseln Marken auf leichtere Flaschen und Flaschen aus recyceltem PET (rPET). Dünnere, weichere Behälter neigen stärker zur Verformung und Fehlausrichtung. Abfüllanlagen müssen sie daher schonend und präzise handhaben – genaue Füllsteuerung, stabile Behälterführung und minimale Produktvergabe sind heute ebenso ESG-Kennzahlen wie Kostenkennzahlen.

2. Mehr Umrüstungen, kleinere Losgrößen. Wiederverwendbare Verpackungsformate und schnelle Produktinnovationen führen zu mehr SKUs und kürzeren Produktionsläufen. Rezeptbasierte Steuerungen, werkzeuglose Justierungen und schnelle Umrüstungen entwickeln sich von ‚nice-to-have‘ zu ‚must-have‘.

3. Daten für die Compliance. Intelligente Abfülllinien generieren Echtzeitdaten zu Durchsatz, Füllgenauigkeit, Ausfallzeiten und OEE. Diese Transparenz unterstützt Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeitsberichterstattung, während vorausschauende Wartung die Linienbetriebszeit sichert – gerade dann, wenn regulatorische Vorgaben die Gewinnmargen zunehmend beschneiden.

4. Hygiene durch Konstruktion. Die hygienische Edelstahlkonstruktion, hygienische Schweißnähte und Clean-in-Place-(CIP-)Systeme bilden nach wie vor die Grundlage einer lebensmittelgerechten, auditfertigen Produktion.

Marktkontext

Das Segment der Abfüllmaschinen erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 5,69 Milliarden US-Dollar und soll bis 2035 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,8 % wachsen (GM Insights, Juni 2026). Der Markt für automatische Abfüllmaschinen wird voraussichtlich von 6,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 10,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2036 ansteigen (Juli 2026). Nachhaltigkeitsorientierte Modernisierungen sind ein zentraler Wachstumstreiber.

Das Wichtigste auf einen Blick

Europäische Käufer suchen nicht nur Maschinen – sie suchen Partner, die den regulatorischen Wandel verstehen. Bei der Modernisierung einer Anlage sollten Flexibilität, Präzision, Automatisierung und Kompatibilität mit nachhaltiger Verpackung Priorität haben. Die Anlagen, die sich am schnellsten anpassen, werden die Aufträge auf dem neuen EU-Markt gewinnen.

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